Der Vorstand des Missionskreis Ayopaya e.V. v.l. Hubertus Lieberth, Edgar Callejas, Dr. Andrea Friedrich, Anke Helmke, Carina Redel, Adalbert Kopp und Kassenwart Florian Klein.

Über uns:

Unsere Geschichte in Bolivien beginnt im Jahr 1968. Damals reist ein Team rund um den Bamberger Priester Manfred Rauh und die Caritasschwester Verena Birnbacher in das damals noch sehr abgelegene und kaum entwickelte Bergdorf Independencia. Ihr Ziel: Weckung des Glaubens und ganzheitliche Entwicklungsarbeit. Bildung für Kinder und Jugendliche, besonders für Mädchen wurde schnell eines ihrer wichtigsten Anliegen. Nach wenigen Jahren wird das Sozialzentrum mit Internat gebaut, das rund 100 Mädchen und Jungen aus abgelegenen Dörfern die Möglichkeit gibt, auf die Grund und die neu eingerichtete Oberschule zu gehen. Pater Manfred wechselt später nach Cochabamba und baut dort ein Ausbildungszentrum für Landkatechisten auf das „CADECA“ (= casa de catequistas ). Schwester Verena bleibt insgesamt 54 Jahre in Independencia bis zu ihrem Tod im Jahr 2022.

Schon von Beginn an, versuchten Manfred und Verena mit Hilfe ihrer Freunde Spendengelder für Independencia (und später auch für Sozialprojekte in Cochabamba) zu sammeln.

Vieles ist seitdem erreicht worden, vieles bleibt auch noch zu tun. Und so arbeiten wir auch nach 56 Jahren noch gerne an unserem Auftrag zugunsten der Menschen in Bolivien.


Kurze Einführung in die Entstehung und die Arbeit

Die wichtigsten Personen in Bolivien: Padre Manfredo und Schwester Verena

Manfred Rauh, in Bolivien Padre Manfredo genannt, gründete 1968 mit Freunden aus der Katholischen Jugend und dem Priesterseminar Bamberg den „Missionskreis Ayopaya e.V.” Ziel ist die Unterstützung der Seelsorge in der Provinz Ayopaya in Bolivien, die den ganzen Menschen mit seinen Lebensbedingungen in den Blick nimmt. Kaplan Manfred Rauh wurde am 17. März 1968 mit den Caritasschwestern Christiane Assmann, Verena Birnbacher, Anna Schaller und dem Techniker Heribert Allwang auf Burg Feuerstein von Erzbischof Dr. Joseph Schneider nach Bolivien ausgesandt. Sie begannen ihre Arbeit in Independencia/Ayopaya im Juli 1968.

Von links: Heribert Allwang, Schwester Anna Schaller, Padre Manfredo Rauh, Schwester Verena Birnbacher, Schwester Christiane Assmann

Ziel des Teams ist Mission im besten Sinn des Wortes: Aus dem Glauben an Jesus Christus heraus für die Menschen in der Pfarrei San Francisco de Asís in der Provinz Ayopaya da sein und mit ihnen für menschenwürdige Lebensbedingungen arbeiten. Die besondere Sorge gilt den Kindern aus den weit entfernten Dorfgemeinden. Ihnen soll eine höhere Schulbildung ermöglicht werden.

Sie begannen das Centro Social aufzubauen. Die meisten Dörfer waren nur mit den Pferden erreichbar. Padre Manfredo hielt die Gottesdienste und arbeitete pastoral. Die Schwestern kümmerten sich um die Gesundheit der Einheimischen und besonders um die Kinder. Nach und nach beendeten Heribert Allwang, Schwester Anna Schaller und als letzte Schwester Christiane Assmann ihren Einsatz. Padre Manfredo und Schwester Verena haben immer wieder verlängert.

Padre Manfredo Rauh 

*1932 +2011 

Schwester Verena Birnbacher *1933 +2022 

 


Centro Social San Bonifacio in Independencia

Das Bubeninternat San Martín de Porres

Das Pfarrzentrum und die ersten Räume für das Bubeninternat wurden 1969 fertig gestellt. Speisesaal und Schlafräume des Bubeninternates in Independencia wurden 2001 renoviert. Wegen der Hanglage des Sozialzentrums entstehen immer wieder Risse an den Gebäuden.

Das Mädcheninternat Sta. Elisabet

Das Mädcheninternat wurde 1974 eingeweiht. Die Notwendigkeit der Frauenbildung wurde erkannt. Eine Renovierung und Rekonstruktion wurde 2006-2008 durchgeführt.

Kindergarten San Francisco de Asís

Ein Kindergarten entstand 1979 neben der neuen Kirche San Francisco de Asís. Er wurde 1987 gegenüber neu gebaut, nebenan die „Offene Türe” (Puerta Abierta).

Padre Manfredo wechselte 1983 nach Cochabamba. Schwester Verena Birnbacher blieb als einzige Deutsche in Independencia. Schwester Verena wurde ab 1983 die Leiterin vom Centro Social San Bonifacio.

Ab dem Schuljahr 1990 übernahm Schwester Verena die Direktion der Grundschule im Schulverband Fe y Alegría. Heute [bis zu ihrem Tode] ist sie noch Koordinatorin des gesamten Schulzentrums. Außerdem ließ Schwester Verena in den weit abgelegenen Dörfern Landschulen bauen und Gesundheitsposten errichten. Sie ist auch für die Misioneras Quechuas verantwortlich. Das ist eine kleine Gruppe einheimischer Schwestern, die 1999 mit der Arbeit begannen und mit den Pfarrern aus Independencia zur Katechese und Sakramentenvorbereitung in die Dörfer fahren. 2007 werden alle Einrichtungen in Independencia als Stiftung „Fundación Centro Social San Bonifacio” zusammengefasst. Von Anfang an werden arme alte Menschen und (Teil-)Familien in Not durch Lebensmittel und monatliche Geldsummen je nach Bedürftigkeit in der „Caritas-Arbeit“ unterstützt.

Im Centro Social arbeiteten in den Jahren 1973 - 1980 jeweils wenigstens drei Jahre Rita Maier de Aquino, Ingrid Busch, Raimund Busch und noch einmal Heribert Allwang als EntwicklungshelferInnen. Freiwillige kamen ab dem Jahr 1995 zunächst nur für einige Monate nach Independencia. Seit 2002 bleiben sie für ein Jahr.

Die Gemeinde Independencia verlieh 2012 Schwester Verena Birnbacher die Auszeichnung “hija predilecta y madre del pueblo”, “Ehrenbürgerin und Mutter des Dorfes”.

Neue Leitung für das Centro Social

Die Franziskusschwestern Ana Maria Muñoz Fuentes und Juana Flores Maldonado kamen im März 2015, um die Leitung des Sozialzentrums von Schwester Verena zu übernehmen. Anfang März 2016 kam eine dritte Franziskusschwester in das Sozialzentrum, Schwester Ana. Sie wurde später durch Schwester Eulalia ersetzt. 3. Juli 2016: Übergabe der Leitung des Centro Social San Bonifacio an die Hermanas Franciscanas Misioneras Rurales.

Schwester Juana Flores ist die neue Direktorin im Centro Social.

Im März 2017 kamen Schwester Eulalia und im Februar 2019 Schwester Constantina.

In Cochabamba

Padre Manfredo erhielt 1983 den Auftrag, seine Erfahrung in der Ausbildung und Begleitung von Katechisten allen Landpfarreien der Erzdiözese Cochabamba zur Verfügung zu stellen. Deshalb verließ er Independencia und ging nach Cochabamba.

Dort erbaute er ein Zentrum, in dem Katechisten, Verantwortliche für Glauben und Leben in den Dorfgemeinschaften, für die ganze Erzdiözese ausgebildet werden.

CADECA

Das Haus CADECA (Haus des Katechisten) wurde am 23. Juni 1985 eingeweiht. In CADECA arbeiteten in den Jahren 1985 - 1993 jeweils wenigstens drei Jahre Adalbert Kopp und Josef Rauch als Entwicklungshelfer; sie lebten dort mit ihren Familien. 2004 wurde CADECA unter dem Namen “Fundación CADECA Manfredo Rauh” als Stiftung kirchlichen und öffentlichen Rechts anerkannt. 2007 erhielt das Haus CADECA einen neuen großen Flügel für Kurse und Tagungen. CADECA ist heute das Zentrum der Erzdiözese Cochabamba für die Landpastoral und die Aus- und Fortbildung von Führungskräften für die ländlichen Gebiete.

 Padre Manfredo übergab 1996 die Leitung von CADECA/Cochabamba in bolivianische Hände. Heute ist Lic. Theol. Don Pedro Alvarez für CADECA verantwortlich.

Casa Raimundo Herman, CRH

Padre Manfredo gründete noch 1996 Casa Raimundo Herman, ein Internat für junge Männer, die auf dem Zweiten Bildungsweg ihr Abitur nachholen und dann vielleicht Theologie studieren wollten. Es war für junge Männer, im Alter von 17 bis 25 Jahren gedacht. Sie besuchten das Abendgymnasium. Das Ziel von CRH war 2018 erreicht: rund 300 Männer haben eine gute Erziehung und Schulbildung bekommen, die meisten haben eine Berufsausbildung abgeschlossen; zehn Priester sind aus diesem Haus hervor gegangen. CRH wird in ähnlicher Form als Hochschulseelsorge vom Priesterseminar weitergeführt.

Am 14. Juni 2011 verstarb Padre Manfred Rauh, der Gründer des Missionskreises Ayopaya, in Cochabamba. Er fand seine letzte Ruhestätte im Hauptfriedhof von Cochabamba im Mausoleum des Klerus. Am 15. Juni 2011 erklärte der Bürgermeister von Independencia Padre Manfredo posthum zum Ehrenbürger Independencias – der genaue Titel lautet „Hijo predilecto de la villa de la Independencia“, wörtlich übersetzt „Bevorzugter Sohn der Stadt Independencia“. Am 31. August 2018 wurden die sterblichen Überreste von Padre Manfredo nach CADECA überführt.

Piñami Chico

Der Ortsteil Piñami Chico gehört kirchlich zur Pfarrei Cruz Gloriosa. Diese Pfarrei ist zunächst nur ein Kapellenort im Barrio Minero rund um CADECA, wo entlassene Bergarbeiter und ihre Familien Ende der 80er Jahre angesiedelt worden waren. Erster Pfarrer war Padre Manfredo.

Kommunal gehört Piñami Chico zur Stadt Quillacollo. Das Barrio liegt noch mehr am Rand der Stadt hin zu den landwirtschaftlich genutzten Flächen um die Stadt. Im Ortsteil gibt es eine größere Kapelle und direkt dahinter ein Haus der OTB = organización territorial de base, vergleichbar in etwa einer Stadtteilvertretung. Gegenüber der Kapelle leben „Brüder vom Evangelium“, einer religiösen Gemeinschaft. Diese betreiben gemeinsam mit der OTB ein Stadtteilprojekt, das eine Hausaufgabenbetreuung für etwa 45 Schulkinder beinhaltet. Die Leitung liegt seit 2016 bei Hermano José Luis Muñoz. Die finanzielle Sicherung der Arbeit erfolgt hauptsächlich durch die Partnergemeinde von Cruz Gloriosa in Weingarten. Seit 2012 gibt es Freiwillige in Cruz Gloriosa bzw. in Piñami Chico.


Weitere Informationensquellen

Homepage: www.ayopaya.de

Infoblätter und Rundbriefe, beides auf der Homepage einsehbar


Bilder aus Centro Social:

Bilder aus dem Projekt CADECA: