Das Ayopaya-Netzwerk
Das Netzwerk Ayopaya ist ein Zusammenschluss von sieben ehrenamtlich engagierten Gruppen in Deutschland und Österreich. Einige von uns sind als Vereine organisiert, andere als freundschaftlich oder familiär verbundene Initiativen. Was uns eint, ist eine langjährige Verbindung nach Independencia, einem Ort in der bolivianischen Region Ayopaya. Dort arbeiten wir eng mit zwei lokalen Partnerinstitutionen zusammen: dem Centro Cultural Ayopayamanta (CCA) und dem Centro Social San Bonifacio.
Unser Netzwerk ist über viele Jahre gewachsen – Fäden wurden geknüpft, Knoten sind entstanden. Über persönliche Reisen, regelmäßige Sitzungen und gemeinsame Tagungen bleiben wir im Austausch – untereinander und mit unseren Partner:innen vor Ort. Das CCA gestaltet seine Arbeit jedoch eigenständig; wir greifen weder in inhaltliche noch in personelle Planungen oder Entscheidungen ein. Wir stehen beratend zur Seite, wenn wir gefragt sind, und tragen zur Finanzierung der Projekte bei – durch Spenden, Mitgliedsbeiträge, Förderanträge bei Stiftungen oder kreative Aktionen wie Flohmärkte und Marmeladenverkauf. Die Projekte werden von den Menschen in Ayopaya bestimmt und verwirklicht.
Dabei ist uns bewusst, dass wir uns auf einem schmalen Grat zwischen neokolonialer Entwicklungshilfe und white saviorism auf der einen Seite sowie der Verantwortung für die nach wie vor bestehenden geopolitischen Abhängigkeiten von Globalem Süden und Globalem Norden auf der anderen Seite bewegen. Die Konsequenzen aus jahrhundertelanger Unterdrückung, die von Europa ausgingen, sind in Bolivien genauso zu spüren, wie die Folgen des Klimawandels, der v.a. durch die westlichen Staaten gemacht ist. Das CCA und das Centro Social leisten hier wichtige Arbeit für eine ganze Region: Das betrifft v.a. Daseinsvorsorge, Bildungs- sowie Kulturarbeit und in Zeiten des Klimawandels zunehmend Existenzsicherung z.B. über Wasserprojekte. Hierfür übernehmen wir Verantwortung – nicht stellvertretend, sondern gemeinsam mit unseren bolivianischen Freund:innen. Letztlich gestalten wir damit eine solidarische Zukunft.